Wer wir sind

Im April 2014 hat sich die Benediktinische Gemeinschaft St. Romuald auf dem Röderhof in Diekholzen bei Hildesheim niedergelassen. Der Röderhof war im 17. Jh. der Bauernhof der Kartäusermönche, die ihre Klause innerhalb der Stadtmauern von Hildesheim hatten. Die kleine Kapelle von 1613 zeugt nach wie vor von der monastischen Präsenz an diesem Ort. Am Waldrand gelegen und wenige Kilometer vom nächsten Wohnort entfernt, ist das Kloster St. Romuald auch heute ein Ort der Stille und Einkehr.

Derzeit besteht die Gemeinschaft aus den beiden Brüdern P. Benedikt M. Lindemann OSB und P. Jeremias Marseille OSB. Wir leben nach der Regel des heiligen Benedikt  von Nursia (+547) und der Ordnung der Benediktinischen Kongregation von Camaldoli (Italien), die auf den heiligen Romuald (+1027) zurückgeht.

Das kontemplative Leben der Camaldolenser baut auf den drei Säulen - Leben in der Welt, in Gemeinschaft und in Einsamkeit - auf.

Konkret bedeutet dies, dass wir das gemeinschaftliche und das eremitische Element, für die die beiden Ordensgründer Benedikt und Romuald stehen, mit dem Erwerb des Lebensunterhaltes durch unsere Arbeit bei lokalen Arbeitgebern bzw. in der Exerzitienbegleitung verbinden.

Das Leben in der Welt erdet und fordert das geistliche Leben. Der camaldolensische Weg der ‚dreifältigen Gaben‘, wie er in der Tradition genannt wird, ist grundsätzlich für viele weltliche Berufe denkbar. Das macht u.a. die Stärke des geistlichen Lebens in Rückbesinnung auf den Hl. Romuald aus. Teilzeitgestellungen erlauben eine Ausgewogenheit im monastischen Alltag. So können wir als Mönche in der Welt für Christus Zeugnis geben.

Das Leben in Gemeinschaft stützt und fördert das geistliche Leben. Denn um diese Herausforderungen annehmen und tragen zu können, ist das gemeinsame Leben benediktinischer Prägung Hilfe und Stärke. Die mehr als 1500 Jahre währende Tradition der Benediktiner betont die menschliche und geistliche Reifung und Entwicklung jedes einzelnen Bruders im Kreise Gleichgesinnter. Gegenseitige Achtung und Dienstbereitschaft sind die Grundpfeiler der Nächstenliebe. Sie ist Zeugnis der Christusbeziehung, nach der jeder Bruder sich sehnt.

Das Leben in Einsamkeit vertieft und prägt das geistliche Leben. Denn in die Nachfolge Christi wird jeder ganz persönlich und einmalig berufen. Jedem Bruder werden Räume und Zeiten ermöglicht seine ihm eigene Christusbeziehung zu leben. Als Freiraum der Gottsuche ist das Leben in Einsamkeit eine camaldolensische Antwort auf die je persönliche Frage nach Gott.

Von dem camaldolensischen Charisma des geistlichen Dreiklangs – Leben in der Welt, Leben in Gemeinschaft, Leben in Einsamkeit – ist auch die Gastfreundschaft in St. Romuald bestimmt.

Die Gründung von St. Romuald auf dem Röderhof steht in altbewährter monastischer Tradition. Das geistliche Leben bedarf zu seinem Wachstum und zu seiner Reifung einer beständigen kreativen Erneuerung, sind wir doch alle zu lebendiger Freude im Herrn berufen. Ein Auszug aus einem Schreiben der römischen Kongregation für die Institute des geweihten Lebens, veröffentlicht zum Pfingstfest 2002, beschreibt gut unser Anliegen und unser Leben in St. Romuald: 

 

Neubeginn in Christus. Ein neuer Aufbruch des geweihten Lebens im dritten Jahrtausend

„Das geweihte Leben ist, wie jede andere christliche Lebensform, von seiner Natur her dynamisch, und wer vom Geist berufen ist, es für sich zu übernehmen, bedarf einer ständigen Erneuerung in seinem Wachsen zur vollkommenen Gestalt des Leibes Christi (vgl. Eph 4,13). Es ist aus dem schöpferischen Impuls des Geistes hervorgegangen, der die Gründer und Gründerinnen auf den Weg des Evangeliums gewiesen und eine wunderbare Vielfalt von Charismen hervorgerufen hat. (…) Ihre Erfahrung des Geistes will nicht nur von denen bewahrt werden, die ihnen nachgefolgt sind, sondern will weiter vertieft und entfaltet werden. Auch heute fordert der Heilige Geist  Verfügbarkeit und Fügsamkeit für sein neues und kreatives  Wirken. ER allein vermag die Frische und die Ursprünglichkeit  der Anfänge zu bewahren und kann gleichzeitig Unternehmungsmut und Erfindermut einflößen, um auf die Zeichen der Zeit zu antworten. Man muss sich also vom Geist zur immer wieder neuen Entdeckung Gottes und seines Wortes hinführen lassen, zu einer brennenden Liebe zu ihm und zur Menschheit, zu einem neuen Verständnis des Charismas“ (Nr. 20).